Was ist Meditation?

Meditation ist ein Werkzeug. So wie wir zum Schreiben einen Füller oder eine Tastatur benutzen oder zum Krafttraining eine Hantel. Meditation ist eine Praxis, mit der wir uns in Achtsamkeit üben können. Achtsamkeit zu üben, dient dazu, aufmerksamer und wacher zu werden. Durch wachsende Achtsamkeit lernen wir, innere Bewegungen (wie Gedanken, Gefühle, Atem, Herzschlag etc.) wahrzunehmen. Wir erkennen, dass es etwas in uns gibt, das Zeuge ist. In anderen Worten: In jedem von uns gibt es eine Instanz, die in der Lage ist unsere inneren Bewegungen zu beobachten.

Durch Meditation erkennen wir, dass jegliche inneren Bewegungen, also Gefühle, Gedanken und Gemütszustände kommende und gehende Phänomene sind, die sich wiederholen. Sie sind wie Pop-ups auf unserem inneren Computer. Meistens sind dies Gedanken, die - sobald man sie zulässt - Emotionen mit sich ziehen. In unserem Alltag mit all seinen Aktivitäten, bekommen wir dies oftmals gar nicht mit. Unsere anhaltenden, im Hintergrund stattfindenden inneren Dialoge, werden uns erst in Momenten tieferer Entspannung bewusst. Erst dann bemerken wir, wie schwer es uns fällt, wirkliche innere Ruhe und Stille zu finden.

Das Praktizieren von Meditation beruhigt den Verstand. Wir lernen unsere Gedanken und Gefühle innerhalb unserer Wahrnehmung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Aus diesem neuen Blickwinkel entsteht ein Abstand zum Wahrgenommenen. Die Identifizierung mit dessen Inhalten wird nach und nach für unseren Verstand uninteressanter, da wir erkennen, dass diese Inhalte in sich keine Substanz haben. Sie kommen und gehen einfach. Manchmal wiederholen sie sich – bis zu dem Zeitpunkt, wo sie nicht mehr auftauchen.

Mit wachsender Gelassenheit lösen sich unsere Urteile und Bewertungen auf – sei es über die innere oder die äußere Welt. Wir erkennen die Substanzlosigkeit jeglicher Art von Phänomenen. An diesem Punkt macht es keinen Sinn mehr, sich an alten „Dramen“, an vergangenen Leidensgeschichten und Lebenserfahrungen fest zu halten. Meditation de-programmiert unsere Gedankenmuster und Glaubenssätze und führt so zu Freiheit. Ein bislang verborgener Raum kommt zum Vorschein.

Es ist der Raum einfachen Da-Seins.