15. Oktober 2015

Meditation hat nichts mit Können zu tun...

Meditation hat nichts mit Können zu tun.

Meditation ist die Bereitschaft zu erkennen, wer oder was wir sind.


1. Dezember 2014

Nicht-Wissen

Freiheit ist in Momenten von Nicht-Wissen präsent. Wenn wir unsere volle Aufmerksamkeit auf diesen „Leerraum“ richten und uns die Erlaubnis geben, nichts wissen zu müssen, öffnet sich der Zugang zu der Erkenntnis, wer oder was wir in unserer Essenz sind. Diesen Moment einfach bewusst wahrnehmend, ohne den Drang oder den Anspruch etwas erkennen, erfahren oder ein Ziel verfolgen zu müssen, offenbart uns einen Raum oder besser gesagt: eine Raumhaftigkeit. Wenn in diesem Moment keine geistige Aktivität in Form von Gedanken oder Bildern stattfindet und bevor wir diesem Raum einen Namen geben, offenbart sich, wer oder was wir sind: Raum, in dem Dinge auf- und abtauchen.

 

Wir fühlen z.B. die emotiven Bewegungen unserer Gefühle, sehen das Kommen und Gehen unserer Gedanken, spüren Körperempfindungen, sehen Dinge durch unsere Augen usw. All diese Möglichkeiten des Wahrnehmens können wir beobachten. Zum Beobachten braucht es immer ein Objekt (Gefühl, Gedanke etc.) und ein Subjekt (Beobachter). Genauer betrachtet, passiert nicht andauernd etwas in dem Raum. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Wahrnehmung hat einen Anfang und ein Ende. Nach jedem Ende und vor jedem Anfang gibt es eine Pause, bevor das nächste Objekt in unserer Wahrnehmung erscheint. Wenn wir uns in diese Pause fallen lassen – ohne etwas mit ihr zu tun: also wenn wir sie z.B. nicht benennen, verändern oder verlängern wollen – verschwinden Subjekt und Objekt. Was sich offenbart, ist ein Hier-Sein, eine Präsenz, etwas von dem wir in unserer Tiefe wissen, dass es immer gegenwärtig ist und war, ohne dass wir es – als ein Subjekt – benennen müssten. Diese Präsenz ist unser natürlicher Seins-Zustand und kann nicht benannt oder gedeutet werden.

 

In diesem Nicht-Nennen bzw. Nicht-Deuten ist Präsenz sich ihrer Existenz selbst bewusst. Sie ist der unendliche Raum, durch den alles Wahrnehmbare und Nicht-Wahrnehmbare durchläuft. Sie ist reines Nicht-Wissen. Ein herzintelligentes Nicht-Wissen, dass wortlos weiß.